Evangelische Obdachlosenhilfe
in Deutschland e.V

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Einführung und Danksagung

von Kirchenrätin Susanne Kahl Passoth

Armut und Obdachlosigkeit haben als Thema in Kunst und Kultur eine lange Tradition.
Obdachlose als Kunstschaffende sind allerdings selten zu finden, aber es gibt sie, und durch zahlreiche Exponate sind sie in dieser Ausstellung vertreten. Neu ist, dass ein Obdachlosenverband wie die „Evangelische Obdachlosenhilfe e.V.“ sich in der bildenden Kunst engagiert und eine Ausstellung in der vorliegenden Größenordnung ausrichtet. Das erwartet man nicht unbedingt. Hintergrund ist die Überzeugung, dass sich Armut nicht allein auf materielle Armut begrenzt.

Über 250.000 Menschen sind in Deutschland  von Wohnungslosigkeit betroffen. Unsere Ausstellung soll dazu beitragen, dass dieser Skandal nicht von der politischen Tagesordnung verschwindet. Sie ist aber auch gleichzeitig ein starker Appell gegen Ausgrenzung, für Teilhabe und für gesellschaftliche Anerkennung. Mein Wunsch ist es, dass die Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler uns beflügeln, in neuer und kreativer Weise gemeinsame Wege mit Obdachlosen und Ausgegrenzten zu gehen.

„Armut zeigt sich nicht nur durch materielle Defizite, sondern ebenso im Mangel an Bildung, an kultureller Teilhabe und an gesellschaftlicher Anerkennung.“ Dieses Zitat aus der Grundsatzposition unseres Diakonie-Verbandes macht deutlich, dass es uns darum geht, Ausgrenzung auf allen Ebenen zu beseitigen, Teilhabe zu ermöglichen und für gesellschaftliche Anerkennung derjenigen zu sorgen, denen diese verwehrt wird.

Mit der Ausstellung „Kunst trotz(t) Armut“ ist dies besonders eindrücklich gelungen. Das Thema verbindet die Arbeiten von namhaften, mit den Exponaten von unbekannten, von anerkannten mit ausgegrenzten Künstlerinnen und Künstlern. Besonders erfreut hat mich, dass die Kunstschaffenden keinerlei Berührungsängste hatten - weder zum Thema, noch zu den unterschiedlichen gesellschaftlichen Lebensumständen. Dafür ein herzliches Dankeschön!

Ich freue mich ganz besonders, dass sich für diese erste Präsentation der Wanderausstellung unterschiedliche Institutionen und Organisationen aus Kirche und Diakonie zusammengefunden haben. Dieses Zusammenwirken über die Grenzen von unterschiedlichen Ebenen hinweg, verbunden mit den unterschiedlichen Ausstellungsorten, ist nicht immer selbstverständlich. Es verleiht der Ausstellung zusätzliche Ausstrahlung und Reputation.

„Kunst trotz(t) Armut“, dieses selbstbewusste und kämpferische Motto haben die Gäste des Sozial- und Kulturzentrums Gitschiner 15 in Berlin Kreuzberg erfunden, als Titel für eine eigene und auch unsere Wanderausstellung. Darüber hinaus haben Sie uns einige ausdrucksstarke Kunstwerke von Armutsbetroffenen als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Vielen Dank auch an Hubert Ostendorf und die „fiftyfifty-Galerie“ in Düsseldorf, die uns eine Vielzahl von Kunstwerken international anerkannter Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunstszene zur Verfügung gestellt haben.

Der Dank gebührt allen Künstlerinnen und Künstlern sowie den Leihgebern, die uns ihre Werke kostenlos für die gesamte Ausstellungsdauer überlassen haben..

Mein Dankeschön gilt gleichermaßen den Veranstaltern, die Ort und Zeit für die Exponate zur Verfügung stellen. Ich nenne an dieser Stelle Pfarrer Christhard-Georg Neubert von der Stiftung St. Matthäus, der nicht nur beim Öffnen von Türen half, sondern stets mit fachlichem Rat zur Seite stand und die „edition – chrismon“, die uns die Veröffentlichung des Ausstellungskataloges ermöglicht hat.
Meine Anerkennung gilt auch dem Kurator der Ausstellung, Andreas Pitz. Ohne seine Findigkeit und seine Akribie, mit der er die Exponate zusammenstellte, und für unser Vorhaben Partner gewann, stünde die Ausstellung heute nicht als Gesamtwerk zur Verfügung.

 

Pfarrerin Susanne Kahl-Passoth

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